Alte Liebe rostet nicht
Wilhelm und Thomas Lutz bei den Veteranen aktiv
Die Gebrüder Wilhelm und Thomas Lutz vom ADAC Motorclub Kamp-Linfort haben eine alte Liebe im Motocross wieder entdeckt. Seit drei Jahren lässt der ältere Wilhelm aus Menzelen an vier bis fünf Wochenenden im Jahr die guten alten Zeiten wieder aufleben. Dann wird die über 40 Jahre alte CZ in den Anhänger geladen und es geht an historische Schauplätze der Motocross-Geschichte.
Hier treffen sich die Veteranenfreunde aus ganz Europa und erwecken ihre alten "Schätzchen" wieder zum Leben. Bruder Thomas hat sich vom Veteranenvirus anstecken lassen und ist seit letzter Saison mit einer eigenen Maschine dabei.
Zur aktuellen sportliche Betätigung haben beide eine Viertakt-Honda CR 450F neuester Bauart, mit denen sie noch regelmäßig bei Rennen in Holland durch den Sand pflügen. Obwohl auch Thomas, der in Kamperbrück wohnt, bereits auf eine über 30-jährige erfolgreiche Motocrosslaufbahn zurückblickt, haben die Motorsportfreaks den Spaß noch nicht verloren - auch wenn die Körper nicht mehr so elastisch sind wie einst.
Die modernen Motocross-Motorräder lassen sich viel besser fahren, haben erheblich mehr Leistung und sind absolut zuverlässig. Aber außer unterschiedlicher Farben lassen sich, zumindest für den Laien, kaum noch Unterschiede erkennen.
Insbesondere ist beim Sound, durch die einheitliche Konstruktion der Motoren der europäischen und japanischen Hersteller, kein Unterschied mehr wahrzunehmen. "Bei den Veteranen hat jede Marke einen eignen Charakter. So unterschiedlich wie die alten Maschinen von CZ, BSA. Husqvarna, Maico und Matchless aussehen und sich anhören, so unterschiedlich lassen sich die alten Büchsen auch fahren", so Wilhelm Lutz über die Fazination, die die alten Motorräder ausüben.
Durch einen zufälligen Kontakt mit dem Düsseldorfer Alfred "Atta" Hülsmann, der in den 60er und 70er Jahren als lokaler Motocross-Held am Eyller Berg die Massen begeisterte, konnte Wilhelm Lutz die alte tschechische CZ erwerben. Atta musste aus gesundheitlichen Gründen dem Sport Adieu sagen.
Ein besonderes Problem der alten Maschinen ist die Teilebeschaffung. Alte Vorräte sind meist aufgebraucht und ein Nachbau alter Teile mühsam und kostspielig.
Die Einsätze sind daher auf nur wenige Termine und besonders ausgewählte Traditionsstrecken beschränkt, um die "Verluste" in grenzen zu halten.
So hatten die Gebrüder Lutz 2009 die Veteranen Grand-Prix in Hawkstone Park (GB), Vrigstad (S) und Schkölen (D) auf dem Programm. Zum Abschluss gab es noch das Nationen-Motocross, das im holländsichen Boekel als Teamwettbewerb mit Teilnehmern aus den alten Motocross-Nationen wie Schweden, England, Finnland Dänemark, Schweiz, Holland, Belgien Tschechien, Italien und Deutschland stattfand. Ein weiteres Ereignis in der Classicmotorsport-Szene ist das Motocross Rennen Kleinhau. Der landschaftlich sehr schöne Eifelkurs mit 55 Metern Höhenunterschied ist fast ein Muss für jeden Veteranenliebhaber - ob als Teilnehmer oder als Zuschauer. So bleibt das Motocross aus den Gründertagen auch im 21. Jahrhundert noch lebendig.